Die Fischer der Stadt Kumanovo im Norden von Mazedonien können sich freuen. Gemäss ihren Berichten hat sich die Wasserqualität des Flusses Kumanovska so stark verbessert, dass nach 30 Jahren der schweren Verschmutzung und zerstörter Fauna und Flora mehrere Fisch-arten in den Fluss zurückgekehrt sind. Da Kumanovska ein Nebenfluss des Vardar ist, wirkt sich die verminderte Verschmutzung auch positiv auf die allgemeine Wasserqualität des Hauptflusses des Landes aus.
Kein Geld für teure ARAs
In Mazedonien ist die Qualität der Gewässer schlecht. Die meisten Flüsse erfüllen die gesetzlichen Anforderungen für sauberes Wasser nicht. Wichtigste Ursache der Verschmutzungen ist das kommunale Abwasser. Doch die Abwasserreinigungsanlagen (ARA) sind für die lokalen Behörden zu teuer. Bis 2007 sind in ganz Mazedonien nur eine grosse ARA und wenige kleine Anlagen gebaut worden. Deshalb wurden die von der Schweiz gewährten 16,3 Millionen Franken für den Bau einer ARA in Kumanovo sehr geschätzt. Mit dieser Anlage, deren Betrieb 2007 aufgenommen wurde, wird nun das Abwasser von rund 90'000 Einwohnern von Kumanovo gereinigt und in angemessener Qualität in den Fluss Kumanovska eingeleitet. Die Anlage erfüllt aber noch einen weiteren Zweck: In der Endphase der Schlammbehandlung entsteht Biogas. Das gewonnene Gas dient der Heizung des Verwaltungsgebäudes und der Gärungstanks der ARA sowie des in der Anlage verwendeten elektrischen Stroms. Das Biogas ersetzt rund 15 bis 20 Prozent der gesamten für den Betrieb der ARA benötigten Energie.
Anschauungsunterricht
Die Anlage in Kumanovo erfüllt zudem einen weiteren positiven Nebeneffekt: Sie dient den Studierenden von Universitäten aus dem ganzen Land als reales Anschauungsobjekt für moderne Technologien in der Abwasserreinigung. Für die Universität in der nahen Hauptstadt Skopje ist dies ein wichtiger Aspekt. Auch die Leiter des öffentlichen Versorgungsunter- nehmens «Vodovod» sind stolz, diese in Mazedonien einzigartige Anlage zu betreiben.