Aserbaidschan

In Aserbaidschan ist das SECO im Rahmen der gemeinsamen Schweizer Kooperationsstrategie Südkaukasus komplementär zur Direktion für Entwicklungszusammenarbeit (DEZA) aktiv. Nach dem Einbruch der Rohstoffpreise steht das Land vor grossen Herausforderungen. Die Wirtschaft Aserbaidschans muss offener, stärker vom Wettbewerb bestimmt und breiter abgestützt werden. Das SECO trägt dazu bei, dass sich ein stabiler Finanzsektor entwickelt, öffentliche Gelder transparenter verwaltet werden und der Privatsektor wettbewerbsfähiger wird.

Dank hoher Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft senkte Aserbaidschan die Armutsrate von rund 50% im Jahr 2001 auf etwa 6% im Jahr 2016. Der radikale Rückgang des Ölpreises seit 2015 versetzte dem Land aber einen schweren Stoss. Die Abwertung der lokalen Währung, schmerzhafte Budgetkürzungen, steigende Arbeitslosigkeit, eine gravierende Bankenkrise mit noch unklaren Folgekosten und steigende Inflation sind die unmittelbaren Folgen.

Älterer Mann auf einem Obstmarkt
Das SECO fördert einen starken und breit abgestützten Privatsektor in Aserbaidschan.

Reformen für eine stabilere Wirtschaft

Das Land nutzt die schwere Rezession allerdings auch zu dringend notwendigen Reformen. Diese sollen die Wirtschaft diversifizieren und das Land weniger anfällig für externe Schocks machen. Zukünftig sollen mehr Schichten der Gesellschaft vom Wachstum profitieren. Wichtig sind zudem die Gleichstellung der Geschlechter sowie der Kampf gegen die Korruption und den weit verbreiteten Monopolismus.

Welche Ziele verfolgt das SECO?

Die Schweiz unterstützt den Südkaukasus in den Bereichen: Wirtschaftliche Entwicklung und Beschäftigung, gute Regierungsführung und öffentliche Dienstleistungen, sowie Konflikttransformation und Anwaltschaft. Das SECO konzentriert sich in Aserbaidschan auf folgende Themen:

Aufbau eines breiter abgestützten Privatsektors

Das SECO möchte die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Unternehmen ausserhalb der Öl- und Gasindustrie verbessern. Zudem soll die Finanzinfrastruktur ausgebaut werden. Das Ziel besteht darin, dass kleine und mittlere Unternehmen innovativer, billiger und einfacher zu Krediten kommen. Besonders gefördert werden sollen Unternehmerinnen.

Ein stabiler Finanzsektor und transparente Staatsausgaben

Das SECO unterstützt Schlüsselinstitutionen wie die neu geschaffene Finanzmarktaufsicht, die Zentralbank sowie das Finanzministerium dabei, Kapazitäten in wichtigen Bereichen wie der Finanzmarktaufsicht, Bankenabwicklung, Währungspolitik oder Finanzplanung aufzubauen.

Das SECO und die DEZA legen die Schweizer Kooperationsstrategie im Südkaukasus, welche Aserbaidschan einschliesst, gemeinsam fest und setzen sie um.

Zwischen 2017 und 2020 sind insgesamt ca. 43 Millionen Franken für die Schweizer Transitionszusammenarbeit mit dem Südkaukasus vorgesehen, davon 12 Millionen Franken seitens des SECO.

Letzte Änderung 22.11.2017

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