Bosnien und Herzegowina

In Bosnien und Herzegowina arbeitet das SECO ergänzend zu den Massnahmen der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA). Fünfundzwanzig Jahre nach Ende des Konflikts ist das Land noch immer von politischer Instabilität und zahlreichen strukturellen Problemen gekennzeichnet. Um den Balkanstaat bei der Bewältigung einiger grosser Herausforderungen zu unterstützen, setzt sich das SECO für den Ausbau der öffentlichen Infrastruktur in Städten ein und fördert die Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Privatwirtschaft.

In den vergangenen Jahren hat Bosnien und Herzegowina wirtschaftliche, politische und soziale Reformen angestossen, um sich europäischen Standards anzunähern. Dennoch gibt es weiterhin grosse Probleme zu meistern. Das Land besteht aus zwei Teilstaaten (Föderation Bosnien und Herzegowina und Republika Srpska) sowie einem Sonderverwaltungsgebiet (Distrikt Brcko), was zu komplexen und ineffizienten staatlichen Strukturen führt.

Jugendliche auf einem Sportplatz in Petrovo, Bosnien und Herzegowina
Die Jugend von Bosnien und Herzegowina wird befähigt, sich zu engagieren und eine bessere Zukunft für sich und ihr Land mitzugestalten.

Armutsquote bleibt besorgniserregend

Zu Beginn des neuen Jahrtausends florierte die Wirtschaft in Bosnien und Herzegowina, mittlerweile stagniert jedoch das Wachstum. Gründe sind unter anderem ein Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften im Privatsektor, geringe Investitionen und eine hohe Arbeitslosigkeit. Die Corona-Pandemie hat die Wirtschaft hart getroffen und führte zum stärksten Konjunktureinbruch seit Jahrzehnten.

Auch deshalb ist die Armutsquote weiterhin besorgniserregend – aktuell leben jede fünfte Bürgerin und jeder fünfte Bürger in absoluter Armut. Diese weitverbreitete Armut zeigt sich auch in einer ungenügenden Grundversorgung der Bevölkerung: Nur drei von vier Menschen haben Zugang zu sauberem Trinkwasser und gerade einmal 41 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner sind an ein öffentliches Abwassersystem angeschlossen.

Welche Ziele verfolgt das SECO?

Das übergeordnete Ziel der Schweiz ist, dass die Bevölkerung Bosnien und Herzegowinas politische Entscheidungen auf allen Ebenen mitgestalten kann, Zugang zu effektiven, nachhaltigen und inklusiven öffentlichen Dienstleistungen erhält und von wirtschaftlichem Wachstum, mehr Arbeitsplätzen und einer besseren Gesundheitsversorgung für alle profitiert. Darüber hinaus unterhält die Schweiz eine Migrationspartnerschaft mit Bosnien und Herzegowina. Die Schwerpunkte des SECO sind:

  • Gute, für alle Bürger zugängliche öffentliche Dienstleistungen
    Das SECO möchte die öffentlichen Dienstleistungen auf lokaler Ebene verbessern. Um städtische Infrastruktur aufzubauen, fördert es beispielsweise Investitionen in nachhaltige Trink- und Abwassersysteme. Entsprechende Dienstleistungen der Kommunalverwaltungen sollen klimagerecht, katastrophenresistent und inklusiv gestaltet werden.
  • Förderung eines günstigen Geschäftsumfelds und des Unternehmertums sowie Schaffung menschenwürdiger Erwerbsmöglichkeiten für Frauen und Männer
    Unternehmergeist und innovative Start-ups sind entscheidende Voraussetzungen für die Schaffung von Arbeitsplätzen. Daher befürwortet die Schweiz eine Regierungspolitik, die Unternehmer fördert und absichert. Das Schweizer Programm fördert die Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze durch junge Unternehmerinnen und Unternehmer sowie eine vereinfachte Gründung von Start-ups.

Das SECO und die DEZA, für die Bosnien und Herzegowina ein Schwerpunktland ist, sind gemeinsam verantwortlich für die Formulierung und Umsetzung der Schweizer Kooperationsstrategie. Für den Zeitraum von 2021 bis 2024 sind insgesamt 77 Millionen Franken für die Schweizer Transitionszusammenarbeit mit dem Land vorgesehen, davon rund 10 Millionen Franken seitens des SECO.

Letzte Änderung 29.03.2021

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