Tunesien

Tunesien ist ein Schwerpunktland der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und Entwicklung des SECO. In  den letzten Jahren hat Tunesien wichtige Schritte in Richtung einer stabilen Demokratie unternommen. Gleichzeitig ist die tunesische Wirtschaft nur wenig gewachsen, was zu steigender Arbeitslosigkeit und sich ausweitenden regionalen Unterschieden führte. Das SECO fördert im Rahmen der Schweizer Zusammenarbeit mit Tunesien eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung, von der die ganze Bevölkerung profitiert.

Im Anschluss an die Revolution der Jahre 2010/2011 hat Tunesien eine neue Verfassung angenommen, gefolgt von freien und fairen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im Jahr 2014. Für diese erfolgreiche demokratische Transition hat die tunesische Zivilgesellschaft im Jahr 2015 den Friedensnobelpreis erhalten. Trotz diesen positiven Trends steht Tunesien vor vielen Herausforderungen in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung.

Strasse mit Menschen und Marktständen in einer Innenstadt
Das SECO fördert in Tunesien gute Rahmenbedingungen für KMU.

Hindernisse für eine positive wirtschaftliche Entwicklung

Eine tiefe Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit prägen die tunesische Wirtschaft. Deshalb werden nur wenige Arbeitsplätze geschaffen und die Arbeitslosigkeit ist hoch, vor allem unter jungen Leuten. Regionale Unterschiede zwischen vermögenden Küstengebieten und dem unterentwickelten Inland bleiben erheblich. Weitere Herausforderungen sind die Korruption im öffentlichen Sektor, zahlreiche Hindernisse für das Wachstum von privaten Firmen und Investitionen, sowie die Sicherheit. Schliesslich ist Tunesien als Transitland von Migranten und Flüchtlingen betroffen.

Welche Ziele verfolgt das SECO?

Die Schweiz unterstützt in Tunesien einen nachhaltigen Frieden und eine wirtschaftliche Entwicklung, welche Chancen für alle schafft. Dabei konzentriert sich die Schweizer Zusammenarbeit auf die drei Bereiche „Demokratische Prozesse und Menschenrechte“, „Inklusives Wachstum und Beschäftigung“ und „Schutz und Migration“. Das SECO fokussiert sich auf folgende Themen:

Öffentliche Finanzen und Geschäftsumfeld

Das SECO trägt zu einem besseren Geschäftsumfeld und Verwaltung von öffentlichen Finanzen bei. Dafür erhöht es die Transparenz und verbessert Arbeitsabläufe der öffentlichen Verwaltung auf nationaler und lokaler Ebene. Zudem setzt sich das SECO für schlanke und effiziente Prozesse ein, um die Rahmenbedingungen für Unternehmen zu verbessern.

Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung und Einkommen

Das SECO unterstützt den tunesischen Privatsektor, indem es ausgewählte Wertschöpfungsketten und den Zugang zu Kapital für Unternehmen fördert. Dadurch trägt das SECO zu mehr und besseren Arbeitsplätzen, einer höheren Wettbewerbsfähigkeit der tunesischen Wirtschaft und höheren Einkommen für die Bevölkerung bei.

Umweltfreundliche Basisinfrastruktur und -dienstleistungen

Das SECO verbessert Basisinfrastruktur und -dienstleistungen wie Trinkwasser- und Abwassersysteme, Abfallentsorgung und Transport in ländlichen und städtischen Gebieten. Dabei fördert das SECO umweltfreundliche und günstige Einrichtungen, von welchen die ganze Bevölkerung profitieren kann.

Zwischen 2017 und 2020 sind insgesamt ca. 104 Millionen Franken für die internationale Zusammenarbeit der Schweiz mit Tunesien vorgesehen, davon ca. 55 Millionen Franken seitens des SECO.

Das SECO, die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), die Abteilung für menschliche Sicherheit (AMS) des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten und das Staatssekretariat für Migration (SEM) legen die Schweizer Kooperationsstrategie in Tunesien gemeinsam fest und setzen sie um.

Letzte Änderung 14.11.2017

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