Politikkohärenz für nachhaltige Entwicklung

Nicht nur die internationale Zusammenarbeit des SECO beeinflusst die Entwicklung in den Partnerländern. Auch die Arbeit anderer Teile der Bundesverwaltung wirkt sich dort aus. Alle Ämter sollen am gleichen Strick ziehen. Das heisst, die verschiedenen Massnahmen sollen sich nicht widersprechen, sondern sich möglichst gegenseitig begünstigen.

Nicht nur die Entwicklungspolitik bestimmt die Beziehungen zwischen der Schweiz und ihren Partnerländern. Auch andere Politikbereiche beeinflussen diese. Die Schweiz verfolgt aber in jedem Politikbereich spezifische Ziele. Zielkonflikte sollen wann immer möglich vermieden und Synergien bestmöglich genutzt werden.

Foto aus einer Bundesratsitzung.
Zielkonflikte zwischen den Politiken aus unterschiedlichen Departementen werden spätestens in einer Bundesratssitzung gelöst.

Einsatz für weniger Widerspruch und mehr Synergien

Was bedeutet das für die internationale Zusammenarbeit der Schweiz? Die Schweiz bemüht sich darum, dass die Ziele verschiedener Politikbereiche miteinander harmonieren. Wenn zwei Ziele nicht gleichzeitig erreichbar sind, kommt es zu einer Güterabwägung: Die widersprüchlichen Interessen werden gegeneinander abgewogen und eine Entscheidung wird getroffen, notwendigenfalls vom Bundesrat. Dabei sind alle Interessen gleichwertig: Kein Bereich hat einen dauerhaften Vorrang.

Folgende Verfahren sorgen für abgestimmte Politiken in der Bundesverwaltung:

  • Die Schweiz beobachtet die Auswirkungen ihrer Politik auf die Entwicklung der Partnerländer sorgfältig und systematisch. So werden Konfliktstellen gefunden.
  • Verschiedene Departemente koordinieren ihre Aktivitäten in interdepartementalen Arbeitsgruppen und Komitees.
  • Die Ämter konsultieren sich gegenseitig, bevor Entscheide dem Bundesrat oder Parlament vorgelegt werden.
  • Der Bundesrat fällt Entscheide, die alle Departementschefinnen und -chefs mittragen.
  • Die Schweiz unterstützt seine Partnerländer dabei, ihre eigenen Interessen zu vertreten.

Zudem stimmt die Schweiz ihre Bemühungen mit denjenigen der internationalen Gemeinschaft ab. Dies geschieht z. B. über die Agenda 2030, dem internationalen Rahmen für eine nachhaltige Entwicklung.


Politikkohärenz für nachhaltige Entwicklung erhöht die Wirksamkeit der internationalen Zusammenarbeit.


Beispiel: Mehr Kohärenz im Rohstoffbereich

Die Schweiz will einerseits für die Rohstoffbranche attraktiv bleiben. Gleichzeitig will sie die Risiken für die Exportländer mindern und die Nachhaltigkeit fördern. Dies geschieht beispielsweise im Bereich Goldhandel durch folgende Massnahmen:

  • Die Bundesverwaltung sensibilisiert Schweizer Unternehmen bezüglich ihrer Sorgfaltspflicht. Dazu setzt sie Leitsätze der OECD ein, welche die Schweiz mitgestaltet hat.
  • Das SECO unterstützt die Vermarktung von Gold aus fairem Handel und setzt sich dafür ein, dass Sozial- und Umweltstandards eingehalten werden.
  • Die Eidgenössische Zollverwaltung veröffentlicht seit 2015 die Statistik zum Handel mit Gold nach Staaten. Dies erhöht die Transparenz.

Letzte Änderung 26.02.2018

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