2010–2018 und Ausblick

Die globale Finanz- und Wirtschaftslage zu Beginn des Jahrzehnts ist geprägt von instabilen Finanzflüssen, staatlichen Verschuldungskrisen sowie angespannten Rohstoff- und Lebensmittelpreisen. Darüber hinaus gefährden die Folgen des Klimawandels die Erfolge im Kampf gegen die Armut. In vielen Ländern hat die innerstaatliche Ungleichheit zugenommen und verursacht hohe politische und soziale Kosten.

Im Herbst 2010 legt der Bundesrat dem Parlament eine Botschaft zur Erhöhung der Mittel zur Finanzierung der öffentlichen Entwicklungshilfe auf 0.5% des Bruttonationaleinkommens vor. Der Querschnittsbereich Energie-Klima-Umwelt erhält damit mehr Aufmerksamkeit und Mittel. Neu werden die Finanzbeschlüsse zu den verschiedenen Rahmenkrediten der Entwicklungszusammenarbeit mit der Legislaturperiode harmonisiert und in einer einzigen Botschaft zusammengefasst.

Als Antwort auf den geschilderten wirtschaftspolitischen Hintergrund unterstützt das SECO die Integration seiner Partnerländer in die Weltwirtschaft und stärkt deren Wettbewerbsfähigkeit. So können Handelseinnahmen und ausländische Direktinvestitionen generiert und für eine nachhaltige Entwicklung eingesetzt werden. Daneben fördert das SECO vermehrt auch Innovation und Unternehmertum, unter anderem über die SIFEM («Swiss Investment Fund for Emerging Markets»), der Entwicklungsfinanzierungsgesellschaft des Bundes. Nach den Unruhen in Nordafrika und im Nahen Osten («Arabischer Frühling») verabschiedet der Bundesrat im März 2011 eine neue Strategie für Nordafrika. Tunesien wird zum 8. Schwerpunktland des SECO.

Drei internationale Konferenzen prägen das Jahr 2015: die 3. Internationale Konferenz über Entwicklungsfinanzierung in Addis Abeba, der Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in New York und die UN-Klimakonferenz in Paris («COP 21»). Im September verabschiedet die internationale Staatengemeinschaft die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung («Agenda 2030»). Zum ersten Mal werden die drei Dimensionen einer nachhaltigen Entwicklung – sozial, wirtschaftlich und ökologisch – explizit verknüpft. Es wird anerkannt, dass extreme Armut nur dann besiegt werden kann, wenn die Umwelt, Chancengleichheit, ein nachhaltiger Frieden, eine inklusive Gesellschaft und die Menschenrechte berücksichtigt werden.

Die Schweiz hat wesentlich zur Erarbeitung der Agenda 2030 beigetragen. Letztere bildet denn auch den Leitfaden zur Formulierung der Botschaft zum Rahmenkredit 2017–2020. Der Beitrag des SECO hat vier Wirkungsziele im Auge: wirksame öffentliche Institutionen und Dienstleistungen, mehr und bessere Arbeitsplätze, gestärkter Handel und höhere Wettbewerbsfähigkeit sowie eine emissionsarme und klimaresiliente Wirtschaft. Damit will das SECO in seinen Partnerländern ein nachhaltiges, inklusives Wachstum ermöglichen. Weniger Armut und Ungleichheiten schaffen zusätzliche Perspektiven vor Ort und mindern den Migrationsdruck. Weitere Massnahmen des SECO wirken auf globale Risiken wie Wirtschafts- und Finanzkrisen sowie den Klimawandel.


Klug eingesetzte Entwicklungszusammenarbeit kann Staaten befähigen, soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten zu mindern, durch Finanzpolitiken mehr Leute am Wirtschaftswachstum teilhaben zu lassen und öffentliche Dienstleistungen wie die Bildung sicherzustellen.

Jon Lomøy, Director of the OECD Development Cooperation Directorate


Letzte Änderung 22.03.2019

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