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Veröffentlicht am 21. Juli 2026

Ägypten: Länderkontext

Ägypten nimmt sowohl auf der Weltkarte als auch in der Kooperationsagenda der Schweiz einen besonderen Platz ein: Es liegt an der Schnittstelle zwischen Nordafrika, dem Horn von Afrika und der MENA-Region, ist es das bevölkerungsreichste Land der arabischen Welt und gleichzeitig ein wichtiger Motor für regionale Stabilität und wirtschaftliche Integration. Zwischen der Schweiz und Ägypten besteht eine langjährige Partnerschaft, die auf gegenseitigem Respekt und einem gemeinsamen Engagement für nachhaltige Entwicklung beruht. Seit 1979 begleitet die Schweiz Ägypten durch Phasen tiefgreifender Umbrüche. Das Kooperationsprogramm 2025–2028 bildet das vierte umfassende Kapitel dieses Engagements und wird im Rahmen eines gesamtstaatlichen Ansatzes unter der Beteiligung von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) und dem Staatssekretariat für Migration (SEM) umgesetzt.

Im Rahmen des Schweizer Kooperationsprogramms mit Ägypten unterstützt das SECO makroökonomische Reformen sowie eine nachhaltigere und inklusivere wirtschaftliche Entwicklung, von der die ganze Bevölkerung profitieren soll.

Die Entwicklung Ägyptens ist geprägt von den beachtlichen Stärken des Landes, aber auch von anhaltenden Herausforderungen. In den letzten Jahren haben mehrere externe Schocks, darunter die Covid-19-Pandemie, regionale Konflikte und Einnahmenausfälle am Suezkanal, die öffentlichen Finanzen erheblich unter Druck gesetzt und strukturelle Schwachstellen offengelegt, die bereits vor diesen Krisen bestanden. Eine hohe Auslandsverschuldung, die weit verbreitete Schattenwirtschaft, anhaltende Armut sowie ausgeprägte Ungleichheiten zwischen städtischen und ländlichen Gebieten beeinträchtigen nach wie vor den Alltag vieler Menschen in Ägypten, wobei Frauen, Jugendliche und die Bevölkerung in Oberägypten am stärksten betroffen sind.

Als Reaktion darauf hat die ägyptische Regierung in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Währungsfonds ein umfassendes makroökonomisches Reformprogramm aufgegleist. Dieses zielt darauf ab, die Wirtschaft zu stabilisieren, die Finanzverwaltung zu verbessern und günstigere Bedingungen für private Investitionen zu schaffen. Diese Bemühungen zeugen von einem echten politischen Reformwillen, auch wenn die Umsetzung in einem komplexen Umfeld erfolgt und es Zeit braucht, bis Verbesserungen auch für die Bevölkerung zu spüren sein werden.

Aufgrund seiner geografischen Lage ist Ägypten auch eines der wichtigsten Transit- und Zielländer der Region für Migrantinnen und Migranten sowie Vertriebene. Die Aufnahme zahlreicher Flüchtlinge, insbesondere aus dem Sudan, erhöht den Druck auf das ohnehin schon überlastete System der öffentlichen Dienstleistungen und auf die soziale Sicherung, was ein koordiniertes und solidarisches Vorgehen der ägyptischen Regierung und der internationalen Gemeinschaft erfordert.

Mit Blick auf die Zukunft gibt Ägyptens Vision 2030 einen ehrgeizigen Weg zu einer diversifizierteren und stärker wissensbasierten Wirtschaft vor. Die Verwirklichung dieser Vision erfordert jedoch kontinuierliche Fortschritte bei der Gouvernanz, der Stärkung der Institutionen sowie beim Zugang zu qualitativ hochwertigen öffentlichen Diensten. Die Schweiz bleibt auf diesem Weg ein engagierter Partner und bringt Fachwissen, Kontinuität und eine langfristige Perspektive in diese bilaterale Kooperationsbeziehung ein, der in der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit ein hoher Stellenwert zukommt.

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