Zwölf Projekte mit Schweizer Unternehmen für den Wiederaufbau der Ukraine
Bern, 28.08.2025 — Anlässlich eines Besuchs der ukrainischen Premierministerin Julija Swyrydenko in der Schweiz können die beiden Länder bekannt geben, welche Projekte von Schweizer Unternehmen im Rahmen des Wiederaufbaus der Ukraine unterstützt werden. Die zwölf finanzierten Projekte liegen in den Bereichen Infrastruktur (Energie, Wohnen), öffentlicher Transport, Gesundheit und humanitäre Minenräumung. Der Schweizer Privatsektor kann so mit seiner Expertise sowie innovativen und hochwertigen Produkten die Wiederaufbaubemühungen in der Ukraine unterstützen.
Der Bundesrat hatte am 26. Juni 2024 entschieden, den Schweizer Privatsektor zu unterstützen, damit dieser sich stärker für den Wiederaufbau der Ukraine einbringen kann. Schweizer Unternehmen konnten im Rahmen eines «call for proposals» bis Ende März Vorschläge einreichen. Es galten folgende Grundbedingungen: Die Projekte müssen einem Bedürfnis der Ukraine entsprechen, und die Unternehmen müssen über eine Niederlassung in der Ukraine verfügen. Das Budget für die Projektunterstützung beläuft sich auf 100 Millionen Franken. Die einzelnen Projekte werden mit Beiträgen zwischen 1 Million und 15 Millionen Franken unterstützt. Der Projektaufruf ist auf grosses Interesse gestossen und insgesamt reichten rund 60 Schweizer Unternehmen fast 80 Projektvorschläge ein.
Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) und das ukrainische Ministerium für Wirtschaft, Umwelt und Landwirtschaft prüften die eingereichten Projekte gemäss Kriterien wie Relevanz, Mehrwert, Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung, Nachhaltigkeit oder den Umsetzungskapazitäten des Unternehmens. Die zwölf bestbewerteten Projekte mit einem Gesamtbudget von über 112 Millionen Franken wurden ausgewählt. Davon finanziert die Schweiz 93 Millionen Franken, während die restlichen Mittel von den Unternehmen und von ukrainischen Partnern beigesteuert werden. Der Start der ausgewählten Projekte ist für Herbst 2025 vorgesehen.
Die ukrainischen Premierministerin Julija Swyrydenko führte bei ihrem Besuch in Bern Gespräche mit Staatssekretärin Helene Budliger, dem Delegierten des Bundesrates für die Ukraine, Jacques Gerber, und Schweizer Wirtschaftsverbänden. Im Austausch wurden die Möglichkeiten und Chancen des Schweizer Privatsektors beim Wiederaufbau der Ukraine thematisiert.
Ausgewählt wurden die folgenden zwölf Projekte:
- Arthur Flury AG (SECO-Beitrag: CHF 12.9 Mio.): Produktion von Fahrleitungen für die ukrainische Eisenbahn nach Schweizer Standards inklusive Ausbildung der Angestellten der Eisenbahn.
- Divario AG (SECO-Beitrag: CHF 15 Mio.): Bau von Modularhäusern (Fertighäusern) für Binnenvertriebene. Lokale, nachhaltige Produktion sowie Schaffung von über 50 Arbeitsplätzen.
- DM Bau AG (SECO-Beitrag: CHF 8.9 Mio.): Bau von Modularhäusern (Fertighäusern) für Binnenvertriebene. 95 % der Komponenten stammen aus lokaler Produktion.
- Elektrobedarf Troller AG (SECO-Beitrag: CHF 1.7 Mio.): Produktion und Installation von 11 Solaranlagen sowie Wasserpumpstationen in der Ostukraine.
- Fondation Suisse de Deminage (SECO-Beitrag: CHF 6.4 Mio.): Bau einer Werkstatt zur Wartung und Reparatur von Maschinen zur humanitären Minenräumung sowie Beschaffung moderner Hilfsmittel.
- Geberit International AG (SECO-Beitrag: CHF 3.7 Mio.): Installation von sanitären Einrichtungen in Berufsbildungsinstitutionen und für Personen mit eingeschränkter Mobilität sowie Aus- und Weiterbildungen für Studierende im Bereich Sanitäranlagen.
- Glas Trösch Holding AG (SECO-Beitrag: CHF 9.9 Mio.): Ersatz von über 32'000 durch den Krieg beschädigten Fenstern in der Ostukraine.
- Hitachi Energy Ltd (SECO-Beitrag: CHF 3.7 Mio.): Wiederaufbau und Modernisierung des Stromübertragungsnetzes. Ausbildung von Angestellten in der Installation der Systeme.
- Innovatec Med Switzerland AG (SECO-Beitrag: CHF 3 Mio.): Schaffung eines Zentrums für Radiotherapie zur Krebsbehandlung. Ausbildungsangebote des Universitätsspitals Zürich.
- REHAU Verwaltungszentrale AG (SECO-Beitrag: CHF 4.8 Mio.): Einbau von lokal produzierten neuen Türen und Fenstern in Berufsschulen nach Schweizer Standards in der Ostukraine sowie entsprechende Berufsbildungsangebote.
- Roche Diagnostics International Ltd (SECO-Beitrag: CHF 8.8 Mio.): Bau eines medizinischen Labors in einem öffentlichen Spital sowie Ausbildung des Personals.
- Schwihag AG (SECO-Beitrag: CHF 14.4 Mio.): Aufbau einer Produktion und Lieferung von Schienenbefestigungssystemen in der Ukraine. Schaffung von bis zu 20 Arbeitsplätzen und Ausbildung der Angestellten vor Ort.
Weblinks:
Unterstützung des Bundes für die vom Krieg in der Ukraine betroffenen Menschen (EDA)
Ukraine (SECO)