Schlussbericht zur Umsetzung der Botschaft 2017-2020
Das hier vorliegende Vertiefungsdossier zum Schlussbericht enthält Informationen zu Projekten und zur Arbeitsweise des SECO. Es bietet weiterführende Links zu detaillierten Themendossiers und Projektbeschrieben.
Das SECO schafft mit seinen Projekten bessere wirtschaftliche Perspektiven für seine Partner. Damit das gelingt, misst das SECO die Wirkung seiner Projekte mittels Indikatoren, identifiziert frühzeitig Schwachstellen und arbeitet daran, diese zu beheben. Das geschieht sowohl in der täglichen Projektbegleitung als auch durch eine regelmässige, unabhängige Überprüfung der Wirkung.
Das SECO plant seine Projekte sorgfältig, bevor es sie umsetzt. Dazu arbeitet es unter anderem mit Machbarkeitsstudien, Theorien der Veränderung und Wirkungsketten. Anschliessend legt es die angestrebten Ziele, die erwarteten Resultate und die Messgrössen dafür fest. Diese sind mit der Botschaft zur internationalen Zusammenarbeit abgestimmt.
Das SECO beobachtet genau, wie seine Projekte verlaufen. Mittels gesammelter Daten überprüft es, ob die gesetzten Ziele erreicht werden. Es diskutiert regelmässig mit den Projektpartnern an Steuerungssitzungen, wie die Projekte umgesetzt werden.
Das SECO lässt von unabhängiger Seite evaluieren, wie seine Projekte wirken. So lernt es, wie es Projekte kontinuierlich verbessern kann und legt Rechenschaft gegenüber dem Parlament und der Öffentlichkeit ab. Dabei orientiert es sich an international anerkannten Evaluationsstandards wie denen der OECD.
Das SECO arbeitet mit einem unabhängigen Evaluationskomitee zusammen. Dieses besteht aus fünf Mitgliedern aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, dem internationalen Bereich und der Zivilgesellschaft. Das Komitee schlägt Evaluationen und Wirkungsberichte vor, nimmt zu deren Resultaten Stellung, gibt Empfehlungen ab und prüft, wie diese umgesetzt werden.
Wirkungsziel 1: Institutionen und Dienstleistungen
Das SECO stärkt Institutionen und Dienstleistungen seiner Partnerregierungen. Es unterstützt diese dabei, günstige Rahmenbedingungen für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung zu schaffen. Angestrebt werden unter anderem eine transparente staatliche Finanzverwaltung, ein stabiler Finanzsektor und eine gute Grundversorgung mit Wasser und Energie.
In Ghana unterstützt das SECO die Regierung bei der Verbesserung ihres Steuersystems. Es geht darum, Steuerbehörden zu modernisieren, Steuerdaten besser zu erfassen und Betroffene ihre Steuern selber einschätzen zu lassen. Das SECO fokussierte seine Aktivitäten bisher auf die nationale Ebene. Zukünftig wird es Projekte verstärkt auf subnationaler Ebene umsetzen.
Von 2011 bis 2016 unterstützte das SECO Peru dabei, seine öffentlichen Finanzen effizient zu verwalten und längerfristige Reformen voranzutreiben. Als Folge davon werden heute Steuern disziplinierter bezahlt und Ressourcen gezielter gemäss den politischen Prioritäten eingesetzt.
Von 2016 bis 2019 unterstützte das SECO sechs serbische Kommunalverwaltungen, ihre öffentlichen Finanzen besser zu verwalten, Ressourcen strategischer zu verteilen und öffentliche Dienstleistungen zu verbessern. Es zeigte sich, dass die Zusammenarbeit zwischen lokaler und nationaler Ebene wichtig für den Projekterfolg ist.
Allein in der Gemeinde Knjazevac wurden von Dezember 2017 bis März 2018 70 Prozent mehr Steuern eingenommen als im Vorjahr. Künftig wird das SECO 40 weitere Kommunalverwaltungen und 30 kommunale Unternehmen sowie die Zentralregierung unterstützen. Das soll die kritische Masse schaffen, um in ganz Serbien die öffentlichen Finanzen wirksamer zu verwalten.
Seit 2011 stärkt das SECO Zentralbanken in seinen Partnerländern dabei, finanzielle Stabilität zu erreichen. Mit individuellen Trainings, Konferenzen und Peer-Learning bildet es Expertinnen und Experten aus, eine solide Geldpolitik zu planen und umzusetzen. Im Zentrum stehen die Stabilität und die Entwicklung des Finanzmarkts, eine gut geregelte Bankenaufsicht und ein modernes Risikomanagement.
Von 2011 bis 2017 half das SECO, die Bevölkerung der Bergregion Pamir in Tadschikistan nachhaltig mit Elektrizität zu versorgen. Dazu unterstützte es den öffentlichen Versorgungsbetrieb «Pamir Energy». Als Folge stiegen sowohl das Angebot und die Qualität der Dienstleistungen als auch die Zufriedenheit der Bevölkerung mit dem Angebot. In den nächsten Jahren wird das SECO zusätzlich einen Beitrag leisten, die Region widerstandsfähiger gegen Naturkatastrophen zu machen.
Seit 2014 unterstützt das SECO den Bau der Abwasserreinigungsanlage (ARA) der Stadt Kocani im Nordwesten von Nordmazedonien. Bei der Konzeptualisierung arbeiteten Schweizer Fachleute mit. Die 2019 eingeweihte Anlage reinigt das Abwasser von 65 000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Dabei entsteht Biogas, das zusammen mit einer eingebauten Solaranlage über 60 Prozent des Strombedarfs der ARA deckt. Damit reduzieren sich die Betriebskosten und die Wasserrechnungen für Kundinnen und Kunden. Bald soll auch die Nachbarstadt Vinica an die ARA angeschlossen werden.
Das SECO hilft Unternehmerinnen und Unternehmern in seinen Partnerländern, Firmen zu gründen und auszubauen. Dazu fördert
es Mentoring und günstige sogenannte «Ökosysteme» für Unternehmen. Weitere Schwerpunkte sind die Einhaltung internationaler Standards, der Zugang zu Kapital und ein günstiges Geschäftsumfeld.
Im Rahmen des Programms SCORE unterstützt das SECO Firmen in Asien, Afrika und Lateinamerika dabei, internationale Arbeitsstandards einzuhalten. Dies führt zu besseren Arbeitsbedingungen in den Betrieben, höheren Einkommen für die Arbeitnehmenden und produktiveren Unternehmen. In Zukunft wird das SECO Firmen bei der internen Weiterbildung und der selbständigen Umsetzung von Verbesserungsmassnahmen unterstützen. Das SECO führt SCORE zusammen mit der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) durch.
In Indonesien unterstützt das SECO zusammen mit Swisscontact die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus. Es fördert die Koordination von Tourismusagenturen, bildet Tourismus-Fachkräfte für Hotels, Restaurants oder Souvenirshops aus und stärkt lokale Dienstleister.
Der SECO Start-up Fund vergibt Darlehen an Unternehmen mit Sitz in der Schweiz, um in Partnerländern Investitionsprojekte zu lancieren. Seit 1998 hat der Fonds zu Investitionen im Betrag von 395 Millionen Franken und zu über 16 000 guten und produktiven Arbeitsplätzen beigetragen.
Das SECO unterstützt in seinen Partnerländern Institutionen dabei, die für die Integration in den Welthandel nötigen Fach- und Verhandlungskompetenzen zu erwerben. Ausserdem fördert es die Integration von Produzentinnen und Produzenten in nachhaltige globale Wertschöpfungsketten.
Bis 2025 sollen mindestens 80 Prozent der in die Schweiz importierten kakaohaltigen Produkte nachhaltig angebaut werden. Dieses Ziel verfolgt der Verein «Schweizer Plattform für Nachhaltigen Kakao». Dazu schlossen sich 2018 41 Akteure der Schweizer Kakaobranche zusammen. Der Verein will die Kräfte von Schweizer Firmen, der Zivilgesellschaft und des Bundes bündeln. Das SECO unterstützt den Verein als innovatives Partnerschaftsprojekt mit dem Privatsektor.
Seit 2014 unterstützt das SECO mit dem Projekt «SeCompetitivo» die Bemühungen der peruanischen Regierung, die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu stärken. Das Projekt hat unter anderem zur Erarbeitung einer nationalen Strategie zur Formalisierung von Unternehmen sowie zur Förderung von E-Commerce beigetragen. Im Rahmen von SeCompetitivo wurden auch neue Ausbildungsprogramme für die Berufsbildung entwickelt. Des Weiteren stärkte das Projekt Produzentenorganisationen in Wertschöpfungsketten, insbesondere für Quinoa, Kakao und Bananen. Dadurch wurden mehr als 6000 Arbeitsplätze geschaffen oder erhalten und die Produktivität dieser Bereiche erhöht: Quinoa um 12,5 Prozent, Kakao um 9,4 Prozent Bananen um 3,6 Prozent.
Das Projekt «Better Gold» schafft nachhaltige Wertschöpfungsketten zwischen zertifizierten Minen und Schweizer Käufern. Dies ermöglicht es kleinen Minen in Peru, Kolumbien und Bolivien unter verantwortungsvollen Bedingungen Gold zu produzieren und in die Schweiz zu liefern. Von 2013 bis 2016 wurden mehr als 400 Kilogramm nachhaltig gefördertes Gold in die Schweiz exportiert. 2017 bis 2018 stieg die Menge auf über 2500 Kilogramm. Eine unabhängige Evaluation bestätigte 2019 die Relevanz und Wirksamkeit des Projekts.
Dank der steigenden globalen Nachfrage nach gesunden und umweltfreundlich produzierten Nahrungsmitteln finden Agrarländer wie die Ukraine Zugang zu neuen Absatzmärkten und können gleichzeitig ihren Agrarsektor nachhaltig entwickeln. Das SECO unterstützt in diesem Kontext kleine und mittlere Bauernbetriebe in der Ukraine. Es fördert zertifizierte Bio-Wertschöpfungsketten, die qualitativ und quantitativ den Vorgaben des europäischen Marktes entsprechen. 2018 exportierte die Ukraine Bio-Getreide, -Weizen, -Hirse und -Sojabohnen im Wert von rund 50 Millionen Euro in die Schweiz und die EU. Die Anzahl der zertifizierten Betriebe stieg von 100 auf 300. Auch der lokale Markt profitiert vom grösseren Angebot. Heute führen bereits über 300 ukrainische Supermärkte Bio-Produkte.
Die Folgen des Klimawandels und die Verstädterung stellen Partnerländer des SECO vor grosse Herausforderungen. Das SECO unterstützt sie dabei, widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels zu werden, ihre Städte nachhaltig zu entwickeln und Menschen und Unternehmen mit nachhaltig produzierter Energie zu versorgen.
Von 2016 bis 2019 nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft verschiedener ukrainischer Städte an vom SECO unterstützten Workshops teil. Die Städte Zhythomyr und Poltava konsultierten Bürgerinnen und Bürger zur städtischen Mobilität. Vinnytsia und Chernivtsi veranstalteten Foren zur Stadt-Entwicklung. In allen vier Städten flossen Vorschläge aus den Workshops in die Stadtplanung ein.
In Kolumbien unterstützt das SECO seit 2014 Bestrebungen, Energie in Gebäuden effizienter zu nutzen, nachhaltige Kühlsysteme zu etablieren und so CO2-Emissionen zu reduzieren. In Alpujarra, einem Distrikt Medellíns, wurden Infrastruktur und Energiemanagement angepasst. Damit wurde der Energieverbrauch in Gebäuden um 34 Prozent und die CO2-Emissionen um 56 Prozent gesenkt. Das Modell soll nun in weiteren Distrikten in ganz Kolumbien umgesetzt werden.
Die «Cities Development Initiative for Asia» (CDIA) bereitet nachhaltige Investitionen in Infrastrukturprojekten in 27 asiatischen Städten vor. Als Folge davon wurden zwischen 2016 und 2019 über 2,2 Milliarden Dollar investiert. Ein Beispiel ist die philippinische Stadt Iloilo, welche nur über wenige Fähr-Verbindungen zu anderen Städten verfügte. Die CDIA erarbeitete eine Machbarkeitsstudie für ein neues Fähr-Terminal. Dieses konnte anschliessend mit öffentlichen und privaten Investitionen gebaut werden. Es dient heute täglich über 3500 Passagieren, die von besseren Verbindungen zwischen Iloilo und anderen Provinzstädten profitieren.
70 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung entfällt auf Städte. Für die Entwicklung von Partnerländern des SECO sind Städte von zentraler Bedeutung. In Südafrika realisiert das SECO in Zusammenarbeit mit der Weltbank das «Cities Support Programm». Dieses unterstützte zwischen 2016 und 2018 acht Stadtverwaltungen dabei, ihre Städte inklusiv, nachhaltig und wirtschaftlich zu verwalten. Mitarbeitende der Stadtverwaltung lernten ausserdem anhand konkreter Modelle, wie sie die Entwicklung ihrer Städte besser planen können.
Die Schweiz setzt in ihrer Aussen- und Entwicklungspolitik auf ein starkes multilaterales System. 2016-20 wurden Kapitalerhöhungen für die Weltbank und die Afrikanische Entwicklungsbank ausgehandelt und Wiederauffüllungen der Entwicklungsfonds vereinbart. Damit verfügen die Entwicklungsbanken über die Mittel, um die nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) wirksam umsetzen zu helfen.
Die multilateralen Entwicklungsbanken sind zentral, um global vereinbarte Ziele wie die Bekämpfung von Armut, Klimawandel und erzwungener Migration zu erreichen. Dazu müssen aber auch mehr Mittel des Privatsektors mobilisiert werden. Die Schweiz finanziert zusammen mit den Banken entsprechende Programme.
Die Schweiz ist in den Verwaltungsräten der Entwicklungsbanken vertreten. Sie setzt sich dafür ein, dass sich die Banken untereinander gut abstimmen. Das SECO tauscht sich regelmässig strategisch und operationell mit dem höheren Management aus. Zudem treffen sich Vertreter des SECO jährlich im Rahmen des Welt-Wirtschaftsforums WEF mit den Präsidenten der Banken.
Armut, Arbeitslosigkeit, Ungleichheit und schlechte Regierungsführung sind oft wichtige Gründe für die Migration. Das SECO arbeitet direkt und indirekt an diesen längerfristigen Ursachen von Migration. So fördert es berufliche und institutionelle Fachkompetenzen, gute und menschenwürdige Arbeitsplätze, nachhaltige Stadtentwicklung und günstige Rahmenbedingungen für die Entwicklung des Privatsektors. Das SECO fokussiert diese Projekte auf Nordafrika, den Mittleren Osten und den Westbalkan. In Nordafrika und im Westbalkan trägt es zu Migrationspartnerschaften bei, zum Beispiel mit Tunesien, Bosnien und Herzegowina und Serbien.
In Ägypten, Tunesien, Jordanien und Marokko arbeitet das SECO seit 2017 mit der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) zusammen. Es geht darum, wirtschaftliche Perspektiven für Jugendliche, Frauen und Menschen in abgelegenen Gebieten zu schaffen. Der Weg führt über gute Ausbildungen. Diese sollen den Auszubildenden Kompetenzen vermitteln, die vom heimischen Privatsektor tatsächlich nachgefragt werden. Die Schweiz hat mit ihrem dualen Berufsbildungssystem viel Erfahrung auf diesem Gebiet.
Das SECO fördert junge Unternehmerinnen und Unternehmer, damit diese Arbeitsplätze schaffen können. Sein Entrepreneurship-Programm zielt darauf ab, ein unterstützendes Umfeld für lokale Unternehmen aufzubauen. Das Programm arbeitet mit Inkubatoren, Investoren, Mentoren, Medien und mit der Diaspora zusammen. Eine 2017 durchgeführte Evaluation zeigte, dass das Programm auf ein zunehmendes Bedürfnis nach konkreten Unterstützungsleistungen für Unternehmen in SECO-Partnerländern antwortet.
In Nordafrika ist die Arbeitslosigkeit, speziell unter Jugendlichen, besonders gross. Für Unternehmerinnen und Unternehmer ist es zudem schwierig, Kredite zu erhalten. Daher unterstützte das SECO von 2012 bis 2018 einen gemeinsamen Fonds der Weltbank und der Internationalen Finanzkorporation IFC. Der Fonds verbesserte in Ägypten, Jordanien, Marokko, Tunesien sowie im Libanon, Gaza und Westbank das Angebot von Finanzinstitutionen sowie die Gesetzgebung. Er stärkte zudem Unterstützungsnetzwerke für Unternehmerinnen und Unternehmer. Laut einer externen Evaluation wurden bis Mitte 2018 dank der verbesserten Angebote über 4,8 Millionen Mikrokredite im Gesamtwert von über 3,8 Milliarden Dollar sowie über 59 000 Kredite im Gesamtwert von über 3,3 Milliarden Dollar an KMU vergeben. 58 Prozent der Mikrokredite gingen an Frauen. Dazu wurden Investitionen der Weltbankgruppe zur Unterstützung von KMU im Wert von 2,3 Milliarden Dollar mobilisiert.
Um die Armut dauerhaft zu reduzieren und um ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu erreichen, müssen Frauen und Männern gleiche Chancen erhalten. In seinen Partnerländern fördert das SECO deshalb den gleichberechtigen Zugang zu Ausbildungen, guten und produktiven Arbeitsplätzen, öffentlichen Dienstleistungen und Kapital.
Von 2013 bis 2017 unterstützte das SECO den Zugang von ägyptischen Unternehmerinnen zu Finanzdienstleistungen, insbesondere zu Mikrofinanzinstituten. Dies geschah im Rahmen des Programms «MSME Facility» mit der Internationalen Finanzkorporation IFC für KMU in Nordafrika. Obwohl Frauen in Ägypten etwa 30 Prozent aller KMU führen, kann sich nur jede Zehnte von ihnen kommerziell finanzieren. Gründe dafür sind der Mangel an Sicherheiten oder Vorurteile gegenüber Frauen. Durch das Projekt erhielten über 100 000 Frauen einen Kredit.
Seit 2017 fördert das SECO im Nahen Osten und in Nordafrika gezielt den Zugang von Unternehmerinnen zu Finanzdienstleistungen. Dies geschieht im Rahmen des Programms «Women Banking Champion», welches das SECO zusammen mit der Internationalen Finanzkorporation IFC durchführt. Die IFC analysierte in Ägypten, Marokko und Tunesien die Bedürfnisse von Unternehmerinnen und die Möglichkeiten für Finanzinstitutionen. Inzwischen leistet die IFC technische Unterstützung an je eine Bank in Tunesien und Ägypten, damit diese auf Unternehmerinnen zugeschnittene Finanzdienstleistungen aufbauen können.
Von 2015 bis 2018 unterstützte das SECO das Projekt “Strengthening SME Business Membership Organizations” in der Ukraine. Das Projekt förderte sieben Organisationen, die Unternehmerinnen und Unternehmer unterstützten. Ziel des Projektes war es, die Gouvernanz, Organisationskompetenz und finanzielle Nachhaltigkeit der Organisationen zu stärken. Es wurden Dienstleistungen bereitgestellt, damit sich Unternehmen besser entwickeln können und ein günstiges Geschäftsumfeld vorfinden. Das Projekt half den Organisationen auch, sich für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen einzusetzen. Insgesamt profitierten in der Folge 800 Unternehmerinnen von besseren Dienstleistungen der sieben Organisationen.
Für das SECO ist wirtschaftliche Gouvernanz zentral, um Entwicklungsziele wie höhere Produktivität, mehr und bessere Arbeitsplätze oder Reduktion der Armut zu erreichen. In vielen Projekten ist sie mitverantwortlich für den Erfolg und die Nachhaltigkeit. Manche Projekte zielen direkt darauf ab, die wirtschaftliche Gouvernanz zu verbessern. Solche Projekte fördern beispielsweise Management-, Arbeits-, Umwelt- und Sozialstandards.